Rüdiger Veit
Fürs Land. Für die Menschen.

Mal Reinschnuppern!

Praktikum

+Johanna Vordemfelde und Rüdiger Veit.
Ein Praktikum im Politikbetrieb
Wenn Sie Interesse an einem Praktikum bei Rüdiger Veit haben, können Sie sich gerne bei uns melden. Es ist je nach Terminabsprache sowohl ein Praktikum im Gießener Wahlkreisbüro als auch im Berliner Abgeordnetenbüro möglich.
Die Kontaktdaten finden Sie hier.

Hier können Sie einen eindrucksvollen Bericht einer Praktikantin lesen:

Johanna Vordemfelde
Eindrücke von meinem Praktikum in Berlin
Roald Dahl hat einen Roman geschrieben der „Charlie und der gläserne Fahrstuhl“ heißt. Dieser Fahrstuhl fliegt aber durch das All und nicht – wie der gläserne Fahrstuhl im Paul–Löbe-Haus – durch einen grauen Gebäudekomplex. Und das ist nicht der einzige Unterschied. Im Paul-Löbe-Haus, das eines der Bundestagsgebäude ist, fahren auch ganz andere Insassen. Während Charlie im gläsernen Fahrstuhl in Gesellschaft von seiner Großfamilie und Willy Wonka das All erkundet, sind die Fahrstühle im Bundestag mit ganz anderen Persönlichkeiten besetzt: Deutschlands „first woman“ Angela Merkel, deren Koalitionskollegen, die Abgeordneten von SPD, LINKE, GRÜNEN,CDU/CSU und FDP, wissenschaftliche Mitarbeiter, Personal, Praktikanten – ach genau!
Und mir! Ich ordne mich in die letztgenannte Kategorie ein:
Ich bin für 10 Tage Praktikantin im politischen Zentrum Deutschlands – dem Bundestag.
Als Praktikant hat man eine bestimmte Anlaufstelle und das ist das entsprechende MdB – Büro. MdB bedeutet „Mitglied des deutschen Bundestags“ und das wiederum bedeutet Abgeordneter. Abgeordnete gibt es momentan 656 und die stammen aus den Parteien: die Linke, die Grünen, SPD, FDP, CDU/CSU.
Mein Büro ist das des SPD –MdB Rüdiger Veit.
In diesem Büro schaltete und waltete ich also so herum. Mein Ziel, das ich durch das Praktikum erreichen wollte, war, die Partei SPD an sich näher kennenzulernen.
Denn es gibt sehr viele Berufe im Bundestag und ich will keinen (naja, einen schon, aber dazu später mehr) dieser Berufe später ausüben, aber es ist jedenfalls sehr interessant hier hinter die Kulissen zu gucken.
Am ersten Tag war ich in einer Arbeitsgemeinschaftssitzung (kurz AG – Sitzung). Jeder Abgeordnete im Bundestag ist in eine dieser AG´s eingeteilt. Mein Abgeordeter, Rüdiger Veit, ist Mitglied der AG Inneres, die alle Themen, die sozusagen Deutschlands „Innenleben“ betreffen, behandeln (z.B. Integration, Datensicherung oder Polizeieinsatz, etc.).
Es gibt natürlich auch noch andere AG´S wie z.B.Außenpolitik, Familie und Gesundheit. Wichtig ist bei diesen AG´s, dass sie sich erstmal nur innerhalb der jeweiligen Fraktion treffen.
Darauf folgt die fraktionsübergreifende AG-Sitzung, wo beispielsweise alle Abgeordneten(von allen Parteien), die der AG Inneres zugeordnet sind, zusammenkommen. Die Abgeordneten haben sich also in den fraktionsinternen AG-Sitzungen eine gemeinsame Meinung gebildet, die sie dann, in der fraktionsübergreifenden Sitzung, vertreten.
Nun ist die SPD ja für diese Wahlperiode in der Opposition, genau wie die Grünen und die Linke. Das heißt für diese Parteien, obwohl sie gar nicht regieren, dass sie Gesetzesvorschläge entwickeln. Und sie entwickeln und entwickeln unzählige Gesetzesvorschläge, die aber ja alle von der Regierung gar nicht angenommen werden! Und da die Regierung ja in der Stimmenmehrheit ist, wird das vermutlich auch noch ein paar Jährchen so bleiben…
Das hat mich nun wirklich verwundert. Es ergibt ja auf den ersten Blick gar keinen Sinn! Aber glücklicherweise hat mich eine wissenschaftliche Mitarbeiterin von Rüdiger Veit, Imke Schmahl, aufgeklärt:
„Wir arbeiten ja nicht nur für die Gegenwart. Unsere Aufgabe ist es für die nächste Wahlperiode, also für die Zukunft, zu arbeiten. Manche Gesetze brauchen ewig bis sie durchgesetzt werden. Und außerdem werden wir ja wohl nicht 4 Jahre hier rumsitzen und nichts tun!“
Das ist wohl wahr. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter ist übrigens im MdB-Büro ein sehr wichtiger Bestandteil. In „meinem“ Büro gibt es zwei davon: Imke Schahl und Peter Stadler. Ohne solche Mitarbeiter wäre der Abgeordnete ziemlich aufgeschmissen, denn sie planen, formulieren und organisieren den ganzen Tag lang. Und während der Abgeordnete in diese und jene Sitzung geht und hier und dort eine Rede hält, bereiten die wissenschaftlichen Mitarbeiter schon die nächsten Reden vor, sammeln Informationen für ein bestimmtes Thema mit dem sich der Abgeordnete beschäftigen soll, lesen Post und schreiben Briefe und fassen lange Texte zu Kurzen zusammen, damit der Abgeordnete nicht so viel zu lesen hat.
Und ich könnte noch viel mehr Aufgaben aufzählen.
Nicht schlecht Herr Specht.
Auch ich durfte mich mal an einer Einladung versuchen.
Das war ein tolles Gefühl, als sie dann fertig und abgeschickt war, aber der Weg dahin…
Oh ja, der Weg dahin war eher beschwerlich.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass sogar Aufgaben, die hier Routine sind, mir schon einiges abverlangen. Aber jeder hat mal angefangen. Soviel zum wissenschaftlichen Mitarbeiter.
Aber nun noch etwas anderes Erstaunliches. Ich habe im Bundestag wirklich viele Abgeordnete reden hören und einen großen Unterschied erkennt man bei fast allen:
Sie reden in normalen Sitzungen ganz anders als in den Plenumssitzungen. Wenn man in einer AG – Sitzung ist, wird dort mit Fachbegriffen nur so um sich geworfen. Ich musste meinen Abgeordneten danach mit Fragen bombardieren, damit ich nur ansatzweise einordnen konnte, was ich da gerade so alles erfahren hatte. Das Plenum ist jedoch offen für jedermann.
Fernsehen und vor allem Schülergruppen besuchen das Kuppelgebäude (den Reichstag) oft genug und zahlreich.
Als Politiker soll man hier verstanden werden. Das heißt, dass der Stil in dem die Abgeordneten reden, hier meist verständlicher ist, damit die Leute sich nicht denken:
„Mein Gott, ich wusste schon immer, dass ich von Politik nichts verstehe…“, sondern sie sollen sich mit den Themen identifizieren können. Als Plenumsgast darf man aber natürlich keinen Laut von sich geben. Und so stillschweigend die Zuschauerränke sind, so laut sind die Abgeordneten. Im Plenum geht es manchmal ganz schön hoch her.
Natürlich kennen sich die Leute und gehen vielleicht auch mittags in einem der Kasinos (=Mensa) gemeinsam essen, aber hier wird manchmal so richtig draufgehauen. Was ich so faszinierend finde, sind aber nicht etwa die stimmungsschwankenden Abgeordneten, sondern viel mehr die Protokollschreiber. Sie kennen jede Stimme – jede – der 656 Abgeordneten und können sie zuordnen. So werden sogar Kommentare mitprotokolliert. Jeder Schreiber macht das aber nur eine Viertelstunde lang, denn hierbei ist höchste Konzentration gefordert, die man länger gar nicht aufbringen könnte.
Diesen Job habe ich natürlich sofort in meine Berufswunschakte mit aufgenommen ( er gesellt sich zu Regisseur, Spion, Bondgirl und Coffeeshop-Besitzerin).
Aber – ganz im Ernst – ich bin von fast allem im Bundestag fasziniert. Davon, dass ich morgens durch eine Tür gehen darf , auf der „Eingang für Abgeordnete“ steht, davon, dass ich neben Müntefering im Aufzug stand, davon, dass ich mittags in den Sitzungen schon erfahre, welche Themen abends beim „heutejournal“ besprochen werden und davon, dass ich so viele freundliche Menschen treffe.
Viele freundliche Menschen, die auf ihre Weise die Welt verbessern wollen. Denn das ist Politik.

Rüdiger Veit

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